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Deutsches Institut für Entwicklungspolitik / Briefing Paper

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Publikationen des German Institute of Development and Sustainability (IDOS)
Updated: 1 hour 39 min ago

From anticolonial heroes to post-independence liabilities: morphing refugee categorizations in African geopolitics

Thu, 12/10/2026 - 11:47

Many colonies in Africa attained independence through negotiated settlements. However, several others engaged in armed liberation struggles, for example, Kenya, Namibia, South Africa, Southern Rhodesia (Zimbabwe), and the Portuguese colonies of Angola, Cape Verde, Guinea Bissau, Mozambique, and São Tomé and Príncipe. Newly independent states provided liberation movements with bases on their territories and political, military, intellectual, ideological, material, and moral support. In West Africa, Ghana’s first president, Kwame Nkrumah, a notable pan-Africanist, declared in his Independence Day speech in 1957, “Our independence is meaningless unless it is linked up with the total liberation of the African continent.” In East Africa, Julius Nyerere and Jomo Kenyatta, the first presidents of independent Tanzania and Kenya respectively, showed similar commitment to Pan-Africanism and anticolonialism by hosting refugees fleeing armed struggles in Southern Africa. Tanzania hosted the Organization of African Unity Liberation Committee supported anticolonial resistance and liberation movements. President Nyerere supported them for “challenging injustices of empire and apartheid” and declared, “I train freedom fighters”. He encouraged Tanzanians living around liberation movement camps to welcome these movements and their freedom fighters and also protect them from agents of colonial governments. Support also came from many other countries on the continent including Nigeria, Ethiopia, and Algeria. The latter provided sanctuary to representatives of liberation movements such as Nelson Mandela of the African National Congress (ANC) in South Africa.

Animal Celebrities - then and now: exploring oceanic imaginaries through celebrity marine mammals

12 hours 46 min ago

This study examines portrayals of marine mammal celebrities (MMCs) in popular culture over the past 70 years, reflecting evolving public attitudes toward ocean conservation. It identifies four main types of MMCs, each linked to a specific era and shaped by changes in media landscapes, perceptions of marine mammal agency and welfare, and conservation priorities: (1) Hollywood MMCs (ca. 1960–1990s)—wild animals captured and exhibited in aquaria, cast as celebrities based on their roles in traditional mass media (blockbuster movies); (2) MMCs in human care (ca. 1990s–2010s)—animals housed in aquaria whose fame stemmed from public concern about their welfare and calls for their release; (3) rescued MMCs (ca. 1980s–present)—marine mammals cared for by humans after they were injured in the ocean; and (4) endangered and dangerous MMCs (2010s–present)—wild animals that approach humans, demonstrate human‐like behaviours, or interact with boats. Introducing the method of “following the animal,” the article provides examples of celebrity animals that illustrate each of the four categories, such as the dolphin Flipper and the walrus Freya. The study contributes to the thematic issue on "Ocean Pop: Marine Imaginaries in the Age of Global Polycrisis" by highlighting the mutual influence of media, animal celebrity, and conservation, and urges further research into how shifting representations shape global engagement with marine life and the environment.

The Personalist Global Order: when individual whims drive Great-Power Policy

Mon, 01/26/2026 - 23:01

The emerging global system is one in which three nuclear-armed leaders, insulated from dissent, pursue risky gambits. The result will not be the relatively stable if tense competition that characterized the Cold War. It will be something more volatile: a world in which the most consequential decisions rest on the whims of men who have systematically discarded anyone willing to tell them no.

Can the private sector help safeguard democracy? The answer is yes

Mon, 01/26/2026 - 22:56

In order for civil society groups to successfully leverage the private sector’s potential in uplifting democratic principles, they must learn to speak the sector’s language.

Führen Jugendproteste zu mehr Demokratie? Lehren aus Madagaskar

Mon, 01/26/2026 - 10:00

Bonn, 26.01.2026. Proteste der Gen Z entfalten nicht immer politische Wirkung. In Madagaskar erlebte die Jugend einen ermächtigenden Moment und stürzte das Regime – ob demokratischer Wandel folgt, ist offen.

In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der Jugendproteste weltweit deutlich gestiegen. Viele Mobilisierungen der sogenannten Gen Z änderten jedoch nichts an den Machtverhältnissen. Die Ereignisse in Madagaskar zeigen dagegen, wie die politische Handlungsmacht junger Menschen – mit Unterstützung aus Teilen des Militärs – ein Regime zu Fall bringen kann. Doch so groß der Erfolg eines Regimewechsels auch ist: Er garantiert noch keine nachhaltigen demokratischen Reformen.   

Am 25. September 2025 gingen in Madagaskar Tausende auf die Straße. Auslöser war die Wut über die häufigen Strom- und Wasserausfälle. Es folgten landesweite Proteste, initiiert von der Facebook-Gruppe „Gen Z Madagascar“. Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt, in dem nur 39 % der Bevölkerung Zugang zu Strom und lediglich 55 % Zugang zu einer grundlegenden Trinkwasserversorgung haben (Weltbank, 2026). Zivilgesellschaftliche Gruppen, Gewerkschaften und Bürger*innen schlossen sich der Bewegung an und forderten den Rücktritt von Präsident Rajoelina. Dieser weigerte sich jedoch abzudanken und entließ stattdessen sein gesamtes Kabinett, um die Demonstrierenden zu beschwichtigen. Als sich dann das Militär unter Führung von Oberst Michael Randrianirina den Befehlen widersetzte, floh Rajoelina aus dem Land. Zurück blieb ein Machtvakuum, das eine friedliche Machtübernahme durch das Militär ermöglichte.

Die jüngsten Proteste der Gen Z in so unterschiedlichen Ländern wie Kenia, Mexiko und Marokko weisen viele Gemeinsamkeiten auf, insbesondere ihre wirkungsvolle Mobilisierung über soziale Netzwerke. Doch nicht alle führten zu konkreten politischen Veränderungen. Was also lässt sich aus dem Erfolg in Madagaskar lernen?

Wirksame Proteste brauchen breite Unterstützung

Die Bewegung in Madagaskar ging zwar von Aktivist*innen der Gen Z aus, doch konnte sie nur deshalb Druck ausüben, weil breite Teile der Bevölkerung mitmachten. Die Missstände betrafen alle: Wasser- und Stromknappheit, Korruption, wirtschaftliche Stagnation, Angriffe auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit sowie mangelnde Rechenschaftspflicht der Regierung. Das verschaffte den Protesten Legitimität über gesellschaftliche Grenzen hinweg. Schnell schlossen sich normale Bürger*innen, zivilgesellschaftliche Gruppen und Gewerkschaften an – darunter die Gewerkschaft der Arbeitsinspektoren sowie der staatliche Wasser- und Stromversorger Jirama. Erst diese gesamtgesellschaftliche Unterstützung machte aus Jugenddemonstrationen eine Kraft, die das Regime nicht mehr ignorieren konnte.

Geschickter Einsatz sozialer Netzwerke

Die organisatorischen Fähigkeiten junger Aktivist*innen sorgten dafür, dass eine Mobilisierung gegen gemeinsame Missstände in konkrete Proteste mündete. Durch digitales Storytelling wurden Menschen emotional eingebunden, es entstand eine kollektive Dynamik. Nach dem Vorbild von Aktivist*innen in Nepal nutzten die Demonstrierenden auch in Madagaskar Discord als Kommunikationsplattform und Bluetooth-basierte Offline-Messenger, die selbst bei Internetsperren funktionieren. Nicht nur die digitalen Tools, auch die hierarchiefreie Struktur der Bewegung erschwerten Repression. Während die Proteste vor allem auf der Independence Avenue in Antananarivo stattfanden, organisierten mehrere Gruppen gleichzeitig und unabhängig voneinander Kundgebungen in der ganzen Stadt.

Regimewechsel durch die Abkehr der Elite

Ein weiterer Schlüsselfaktor für den Erfolg der Protestbewegung war der Schulterschluss mit dem Militär. Der Wendepunkt kam, als Oberst Randrianirina – ein lautstarker Kritiker Rajoelinas, der 2023 wegen angeblicher Putschpläne inhaftiert worden war – die Streitkräfte aufforderte, den Schießbefehl auf Demonstrierende zu verweigern. Zu diesem Zeitpunkt stand die Macht des Präsidenten bereits auf der Kippe und er hatte sein gesamtes Kabinett aufgelöst. Mächtige Verbündete, insbesondere der Unternehmer Mamy Ravatomanga, verließen das Land und eröffneten damit dem Militär die Möglichkeit, sich vom Regime zu lösen. Ohne den Rückhalt von Militär und Elite war der Sturz Rajoelinas nur noch eine Frage der Zeit.

Auf dem Weg zu einer funktionierenden Demokratie?

Madagaskar steht an einem Scheideweg. Ob die Übergangsregierung die Gelegenheit für substanzielle Reformen nutzt bleibt offen. Einige Schritte geben zumindest Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Der Interims-Staatschef ernannte beispielsweise einen zivilen Premierminister, der ein mehrheitlich ziviles Kabinett zusammengestellt hat. Auch die Kampagne für landesweite regionale Konsultationen deutet auf eine inklusivere Regierungsführung hin. Ob diese Maßnahmen mehr als reine Symbolpolitik sind, wird sich zeigen. Internationale Akteure wie die AU und UNO verurteilten zunächst vor allem die Verfassungswidrigkeit des Machtwechsels. Nun sollten sie die madagassischen Behörden schnellstmöglich dabei unterstützen, einen inklusiven Dialog für eine friedliche und demokratische Transition zu organisieren. 

Auch 2026 wird es weltweit Proteste der Gen Z geben. Angesichts zunehmender Autokratisierung sind Demonstrationen eines der wenigen noch verfügbaren Mittel, mit dem Bürger*innen ihrer Stimme Gehör verschaffen können. Oft zu einem hohen Preis, wie das jüngste Beispiel Iran zeigt. In diesen schwierigen Zeiten gibt Madagaskar zumindest Anlass zur Hoffnung, dass Veränderungen möglich sind.

Priscilla Toto nimmt am 61. Postgraduate Programme for Sustainability Cooperation (PGP) teil und ist Mitglied der Forschungsgruppe „The Next Generation of National Development Banks (NDBs): Early Lessons from Ghana and Nigeria“.

Dr. Lena Gutheil ist Senior Researcher in der Abteilung “Transformation of Political (Dis-) Order” des German Institute of Development and Sustainability (IDOS) in Bonn.

Wie Trump die globale Entwicklungspolitik umkrempelt

Thu, 01/22/2026 - 08:09

US-Präsident Donald Trump ist ausgesprochen erfolgreich darin, neue Maßstäbe zu setzen. Einen kleinen Vorgeschmack gab der 20. Januar 2025. Die 26 präsidentiellen Dekrete am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit sind für sich genommen schon ein Rekord und zeigen: Eines der Hauptprobleme für Beobachter besteht darin, überhaupt einen Überblick zu behalten – darüber, was derzeit geschieht, was relevant sein könnte und was lediglich Nebelkerzen sind.

Wie Trump die globale Entwicklungspolitik umkrepelt

Thu, 01/22/2026 - 08:09

US-Präsident Donald Trump ist ausgesprochen erfolgreich darin, neue Maßstäbe zu setzen. Einen kleinen Vorgeschmack gab der 20. Januar 2025. Die 26 präsidentiellen Dekrete am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit sind für sich genommen schon ein Rekord und zeigen: Eines der Hauptprobleme für Beobachter besteht darin, überhaupt einen Überblick zu behalten – darüber, was derzeit geschieht, was relevant sein könnte und was lediglich Nebelkerzen sind.

Kolumbien unter Druck: USA verschärft Migrationspolitik mit globalen Folgen

Wed, 01/21/2026 - 14:19

Während die US-Politik den Druck auf Kolumbien erhöht, fehlen dem südamerikanischen Land sowohl die finanziellen Mittel als auch die nötige internationale Rückendeckung, um die wachsenden Herausforderungen zu bewältigen. Die folgende Analyse zeigt, wie die verschärfte US-Migrationspolitik globale Verschiebungen auslöst und welcher Verantwortung sich die internationale Gemeinschaft bislang entzieht.

Executive disorder: the United States officially turn their back on international climate governance

Tue, 01/20/2026 - 12:09

20 January 2026 marks not only the first anniversary of the second inauguration of Donald J. Trump as President of the United States of America, but also – and as an immediate consequence of the former event – the formal entry into force of the United States’ exit from the Paris Agreement on Climate Change. Notwithstanding this due date, the US had already passed on sending a delegation to the 2025 UN climate change conference that convened in Brazil in November.

How lack of legitimacy leads to policy failure: public resistance to water charges in Ireland Open Access

Tue, 01/20/2026 - 10:18

An attempt to reintroduce a water charge in Ireland failed 18 months after its implementation in 2015. Election results were decisive in the abolition of previously implemented water charges by voting for anti-water charge parties. We conducted a systematic archive study to analyse how a lack of legitimacy and subsequent public resistance were embedded in a history of organised public demonstrations and boycotts. We show how a historic lack of legitimacy has exacerbated failures in policy programme, process, and activities. We argue that this historic context may also explain why the water charges stood out as the most contested policy in a period when many austerity measures were taken. This case serves as an example of policy failure resulting from a lack of legitimacy and a subsequent policy resistance. It serves as a warning that if public resistance can be expected, a policy without broad political support and a clear contingency strategy to mitigate public resistance is likely to fail. In particular, when there is a historic lack of legitimacy, greater effort is required to avoid policy failure and achieve successful implementation.

Ein Wettbewerb, der keiner sein sollte

Mon, 01/19/2026 - 15:43

Ein Jahrzehnt nach dem Pariser Abkommen stagnieren die Fortschritte im Klimaschutz. Geopolitische Spaltungen und ein weltweit erstarkender Nationalismus beeinträchtigen die globale Zusammenarbeit. Besonders deutlich zeigt sich dies im Rückzug der USA aus der internationalen Klimadiplomatie. Doch auch in anderen OECD-Ländern stehen sowohl Klima- als auch Entwicklungsfinanzierung vor einem enormen Rechtfertigungsdruck. Das auf der Weltklimakonferenz in Baku 2024 vereinbarte neue globale Klimafinanzierungsziel (NCQG) offenbart die weitreichenden Differenzen zwischen den Verhandlungsblöcken – Differenzen, die auch bei der UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung in Sevilla im Juli 2025 nicht überwunden werden konnten. Zentrale Fragen wie die notwendige Aufstockung der Mittel, die Verbesserung ihrer Qualität und eine wirksamere Verzahnung von Klima- und Entwicklungsfinanzierung bleiben somit ungelöst.

A change in thinking: new pathways for citywide inclusive sanitation in Nakuru County, Kenya

Mon, 01/19/2026 - 10:56

Despite citywide inclusive sanitation (CWIS) being a well conceived, sector-specific policy concept, it often struggles due to the linear mindset of development agencies. Based on various research methods, this study examined challenges in the operationalization of CWIS in Nakuru County, Kenya. The findings suggest that CWIS faces challenges from different service regimes that have multiple providers, different institutional arrangements, and diverse technologies. This study calls for a shift in the mindset of development agencies from linear to spherical thinking in sanitation governance.

Fragmenting development cooperation and the wider Atlantic: geopolitical drift, normative contestation, and the emerging coalitions

Mon, 01/19/2026 - 09:39

A strategic Drift in the Atlantic Order The wider Atlantic has historically been central to the architecture of official development assistance (ODA). The consensus, however, is fragmenting. What does that mean for the wider Atlantic? The paper argues that the Atlantic space is a critical arena where normative shifts are being tested, institutional roles renegotiated, and coalitions reassemled.

Wie wirkt sich die Geoökonomie auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen aus?

Fri, 01/16/2026 - 18:19

Die Geoökonomisierung der Weltwirtschaft kann fatale Folgen haben, vor allem für rohstoffabhängige oder politisch instabile Entwicklungsländer.

Global development policy and the New World Disorder: the Trump Administration’s delivery of a high-voltage shockwave

Thu, 01/15/2026 - 08:37

The now and the before The Trump administration has confirmed the withdrawal of the United States from sixty-six international organisations and how this will put America first on the global stage. This continues a pattern of delivering a high-voltage shockwave to the policy norms that have underpinned global cooperation since 1945. We analyse the trajectory of US development cooperation and policy past, present and future in a new IDOS brief.

Schuldenkrise in Afrika: Wie weiter?

Mon, 01/12/2026 - 19:08

Es besteht die Gefahr einer systemischen Verschuldungskrise in Sub-Sahara Afrika, wo momentan 21 Länder hoch verschuldet sind. Besonders problematisch sind die hohen Zahlungen für den Schuldendienst auf ausländische Schulden. Angesichts der hohen Verschuldung in einigen Ländern ist eine zeitnahe Umstrukturierung der Schulden unerlässlich. Zudem erschweren die geopolitischen Spannungen die Vereinbarung neuer, umfassender Instrumente zur Umstrukturierung von Schulden. Das G20 Common Framework for Debt Treatments wurde Ende 2020 eingeführt. Um eine zügige und zeitnahe Schuldenumstrukturierung zu gewährleisten, sind folgende Reformen des G20 Common Frameworks erforderlich: Erstens sollte zu Beginn des Umschuldungsprozesses eine Roadmap mit Zeitpunkten für die Schuldenumstrukturierung erstellt und Gläubigerkomitees gebildet werden. Zweitens sollte die Transparenz über die Schuldenvereinbarungen erhöht werden. Ein weiterer Vorschlag der UN ist die Einführung eines Internationalen Schuldenregisters. Im Abschlussdokument der vierten UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung werden nicht nur einige der oben genannten Vorschläge benannt, sondern es werden auch eine Reihe innovativer Reformen aufgeführt. Zur Umsetzung der in diesem Dokument festgelegten Verpflichtungen wurde die sogenannte „Aktionsplattform von Sevilla” ins Leben gerufen. Beispiele hierfür sind: (i) Die Plattform für Kreditnehmer; (ii) Ein bei der Weltbank angesiedeltes globales Zentrum für Debt Swaps für Entwicklung und (iii) Die „Allianz für Schuldenpausenklauseln“. Einerseits sollten afrikanische Staaten durch Reformen ihrer Steuersysteme und den Ausbau ihrer lokalen Finanzmärkte dazu in Lage versetzt werden, mehr eigene Ressourcen zu generieren. Andererseits sind die hochverschuldeten ärmsten Länder Afrikas auf eine Schuldenerleichterung sowie die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft angewiesen. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass die in der letzten Dekade erzielten Entwicklungsfortschritte zunichte gehen.

Making global benefits pay: the World Bank reform to support global public goods

Mon, 01/12/2026 - 16:07

Global public goods (GPGs) are goods that are produced locally but have global effects. GPGs are essential for securing global development. The climate and biodiversity crises, pandemics, as well as fragility, conflict and violence are threatening livelihoods and well-being around the world, and addressing them would have enormous positive economic and social effects. However, the cross-border externalities involved are not being fully taken into account by countries, and hence these GPGs are still underprovided compared with what would be globally optimal. One year ago, the World Bank launched the Framework for Financial Incentives (FFI) to strengthen the support of GPGs in its operations. This novel instrument encourages countries to implement investment projects and policies that have positive spillovers to other countries by offering targeted financial incentives. As a core element of the World Bank’s Evolution reform, the FFI reflects the recognition that relatively modest investments in client countries can generate substantial global benefits – for other developing and emerging economies as well as for the Bank’s shareholder countries. Its challenges lie in incorporating the non-financial aspects of GPGs and the multi-faceted motivations to provide them in bankable operations. This policy brief discusses the relevance of GPGs for development and presents the World Bank’s approach to supporting their provision in client countries through the FFI. The key takeaways are:
• GPGs are not all those that are commonly shared or agreed upon as goals but are defined by the specific problem structure that the involved cross-border externalities entail. 
• Investment in GPGs can generate substantial benefits – not only for developing and emerging economies, but also for high-income countries that make up the World Bank’s largest shareholders. Consequently, both out of enlightened self-interest and as a cost-effective way to advance global sustainable development at a time when international development budgets are undergoing significant reductions, shareholder countries should increase their contributions to the FFI. This applies in particular to those provided to the Livable Planet Fund, which provides the essential grant financing for countries’ GPG-related projects.
• To retain and strengthen confidence among stakeholders, the FFI must deploy its resources efficiently. This implies offering grants only when projects’ overall domestic benefits are insufficient to motivate countries to provide GPGs on their own, and extending loans instead when client countries have sufficient self-interest to ensure repayment. The assessment of costs and benefits is complex, but it should improve with experience and become increasingly standardised. To signal its effectiveness, the FFI should pursue full transparency in its allocation decisions and undertake systematic impact assessments.

Partnerschaften statt Einflusssphären

Mon, 01/12/2026 - 10:00

Bonn, 12. Januar 2026. Unverhohlene Machtpolitik lässt die multilaterale Ordnung bröckeln. Europa muss strategische Autonomie ausbauen und die Kooperation mit Mittelmächten stärken.

Das neue Jahr beginnt mit einem Donnerschlag: einem völkerrechtswidrigen Eingriff in die staatliche Souveränität Venezuelas und der Entführung des autokratisch regierenden Präsidenten Maduro. Während die Zukunft Venezuelas offen ist, inszenieren sich die USA geopolitisch: Die auf internationalem Recht und gemeinsamen Prinzipien basierende multilaterale Ordnung bröckelt weiter. Das Denken in Machtsphären wird immer unverhohlener durchgesetzt. Russlands Invasion der Ukraine, Chinas Machtprojektionen im Südchinesischen Meer und nun das Vorgehen der USA in Venezuela zeigen: Machtpolitik verdrängt Recht. Währenddessen ringen Mittelmächte wie Deutschland und die Europäische Union (EU) um eine gemeinsame Haltung.

Schon im vergangenen Jahr waren die multilateralen Systeme so stark unter Druck wie selten zuvor. Die Vereinten Nationen (VN) befinden sich in einem tiefgreifenden Reformprozess. Massive Budgetkürzungen erzwingen institutionelle Veränderungen. Das OECD-Entwicklungssystem steckt in einer tiefen Krise – aufgrund finanzieller Einschnitte vieler Geberländer und asymmetrischer Geber-Nehmer-Attitüden, die den gegenseitigen Abhängigkeiten des 21. Jahrhunderts nicht mehr entsprechen. Während die Folgen des Klimawandels immer deutlicher zutage treten, hat die Klimakonferenz in Brasilien infolge unzureichender Handlungsbereitschaft der wichtigsten Emittenten nicht die erhofften Fortschritte gebracht. Auch das Welthandelssystem steht unter erheblichem Druck: Von den USA ausgelöste Zollkriege treffen auf anhaltenden Reformstau innerhalb der Welthandelsorganisation. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Strategische Autonomie braucht verlässliche Partnerschaften

Gleichzeitig sind die Akteure im internationalen System erkennbar, die – neben Europa und Deutschland – weiterhin auf Kooperation und funktionsfähige multilaterale Systeme setzen. Im Rahmen seiner Präsidentschaft der letztjährigen Klimakonferenz setzte sich Brasilien für eine ambitionierte Klimapolitik ein. Südafrika legte während seiner G20-Präsidentschaft den Schwerpunkt auf Lösungsansätze für Schulden, Ernährungssicherheit und Klimafinanzierung. Auch Indonesien und Indien engagierten sich im Rahmen ihrer jeweiligen G20-Präsidentschaften in den vergangenen Jahren für eine entwicklungsorientierte und kooperative internationale Ordnung.

Und Europa? Die verhaltenen Reaktionen auf den US-Angriff auf Venezuela machen deutlich, wie stark Europa weiterhin von den USA abhängig ist. Dies umfasst seine Verteidigungsfähigkeit gegenüber Russland in der Ukraine ebenso wie mögliche künftige Auseinandersetzungen (Beispiel: Grönland).

Das Jahr 2026 wird von Disruption und Reform geprägt sein. Für Europa, die EU und Deutschland bedeutet dies, die eigene strategische Autonomie auszubauen und sich unabhängiger zu machen – von den USA wie auch von China.

Dies setzt voraus, die Kooperation mit den Mittelmächten Lateinamerikas, Afrikas und Asiens gezielt auszubauen. Der Abschluss des Handelsabkommens mit MERCOSUR war längst überfällig. Die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation im März 2026 in Kamerun sollte die EU nutzen, um umfassende Reformen im Welthandelssystem mit auf den Weg zu bringen und hierüber auch die Kritik von Ländern wie Südafrika und Indien zu adressieren.

Mit geeinter Stimme handeln

Ein entscheidender Hebel für die Handlungsfähigkeit Europas ist der neue Mehrjährige Finanzrahmen sowie das darin vorgeschlagene Global Europe Instrument. Die laufenden Verhandlungen sollten genutzt werden, um Europas Wettbewerbsfähigkeit durch Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung zu stärken, externe Handlungsfähigkeit kohärent zu unterstützen und langfristige Investitionen in globale öffentliche Güter zu sichern.

Gleichzeitig muss Europa Wege finden, in internationalen Gremien mit geeinter Stimme zu sprechen. Die Mitgliedstaaten der EU – auch in Kooperation mit Großbritannien – sollten ihre institutionellen Rollen in multilateralen Systemen stärker nutzen, z.B. durch die Erhöhung der Kernfinanzierungsbeiträge im VN-System, als Anteilseignerin in multilateralen Entwicklungsbanken und durch gemeinsame europäische Sitze oder Team Europe-Stimmrechtsgruppen. 

Deutschland muss Impulse setzen

Der G7 unter französischer Präsidentschaft kommt in 2026 eine wichtige Rolle zu, insbesondere angesichts der blockierten Lage in der G20 unter US-Präsidentschaft. Hier sollten die vier europäischen G7-Länder, gemeinsam mit EU, Afrikanischer Union und den Mittelmächten des Südens – auch gegen den Widerstand der USA – Reformimpulse setzen, um weltwirtschaftliche Ungleichgewichte, wie in Finanz- und Digitalisierungssystemen, abzubauen.

Als größte Volkswirtschaft im Zentrum Europas muss sich Deutschland mit eigenen Impulsen – vom Schutz globaler Gemeingüter, über Wirtschaftskooperation im wechselseitigen Interesse bis hin zur Stärkung der EU als globaler Akteur – in die vielfältigen internationalen Reformprozesse einbringen. Mit der Münchner Sicherheitskonferenz, der Hamburg Sustainability Conference oder der angekündigten Nord-Süd-Kommission hat Deutschland Plattformen, um auf die Mittelmächte dieser Welt zuzugehen.

Auch verfügt Deutschland mit seiner Tradition der kooperativen Politikgestaltung über Glaubwürdigkeit, die in einer zunehmend multipolaren Welt Grundlage einer gestaltenden Kooperationspolitik ist. Die laufenden Reformen der deutschen Entwicklungs- und Außenpolitik sollten an diese Ressource anknüpfen und sie konsequent als strategisches Kooperationsinstrument weiterentwickeln.

Crisis or opportunity? Pockets of effective multilateralism in a polycentric world

Mon, 01/12/2026 - 09:01

Global cooperation is under stress. Finance, climate, security, and technology shocks overlap, while major powers contest rules and public budgets shrink. Yet these shifts potentially widen agency for parts of the Global South. This paper asks how the current moment should be viewed: does it represent a crisis or opportunity, and what does workable cooperation look like in a polycentric world? We use the 2025 Financing for Development conference in Seville as a point of reference for our reflections. Against this backdrop, we argue that a managed, issue-based new multilateralism is emerging, organized around ‘pockets of effectiveness’, or bounded, likeminded coalitions that work on concrete tasks. While universal multilateralism is likely to remain challenging, practical cooperation is feasible on some issues. If ‘the who’ is likeminded coalitions of countries, then ‘the how’ of new multilateralism is found in these ‘pockets’.

Global development policy and the New World Disorder: the Trump Administration’s delivery of a high-voltage shockwave to multilateral norms, institutional commitments and long-standing principles

Fri, 01/09/2026 - 10:06

Global development policy is a particularly revealing field in which the Trump administration combines crude transactionalism with a high level of ideological commitment, namely an authoritarian libertarianism oriented toward elite interests. This is coupled with, at times, a chaotic absence of tactical or strategic coherence. With Trump’s return to the White House in January 2025, a significant phase in international affairs, including global development policy, began. 
This policy brief traces the evolution of the US approach to development cooperation and exposes how Trump’s approach represents an overtly aggressive assault, delivering a high voltage shockwave to global sustainable development policy, undermining multilateral norms, institutional commitments and long-standing principles of international solidarity. The United States (US) has played a decisive role in the conception and evolution of global development policy since the mid-20th century. From the establishment of the post-Second World War order onward, the US shaped the normative, political and organisational foundations of development cooperation, often setting agendas, defining standards, and providing leadership and personnel for key multilateral institutions. Early reconstruction efforts such as the Marshall Plan and the establishment of the World Bank embedded development within a broader framework of power politics, positioning aid as both a tool of reconstruction and geopolitical influence. Since January 2025, US development cooperation has undergone a dramatic rupture. The administration rapidly withdrew from multilateral institutions, cut budgets, and de facto dissolved USAID, transferring residual functions to the State Department. This shift was accompanied by conspiracy narratives and an explicit rejection of multilateral norms, marking a sharp departure from previous Republican and Democratic approaches alike. The brief conceptualises this shift as the emergence of a “New Washington Dissensus”: a model of transactional, nationalist development cooperation that treats aid as an instrument of power rather than a global public good. Under this paradigm, development engagement is ideologically conditional, hostile to climate and equity agendas, oriented toward migration control, and explicitly transactional. The Trump administration’s National Security Strategy (December 2025) is consistent with this in the sense that it frames an “America First” approach that narrows US priorities to “core, vital national interests” and places strong emphasis on Western Hemisphere pre-eminence via a stated “Trump Corollary” to the Monroe Doctrine. For global development, foreign assistance and development finance are thus instruments of strategic competition and commercial diplomacy. US agencies are mobilised to back US commercial positioning. The consequences are dramatic and systemic. The US retreat has destabilised the global development architecture and intensified geopolitical fragmentation. For many countries in the Global South, this represents a watershed moment, creating both new room for manoeuvre and new dependencies as states pursue multi-alignment strategies amid intensifying great-power rivalry. At the same time, humanitarian impacts are severe. Overall, the brief concludes that development policy has entered a new phase, which is narrower, more instrumental and overtly geopolitical, and is reshaping not only US engagement but the future of global development policy itself. 

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